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Renate Welsh. Mit Ill. von Carola Holland.
Innsbruck [u.a.]: Obelisk-Verl., 2004
120 S., € 10,60
ISBN 3-85197-486-7
Ab 9 Jahren
Im Mittelpunkt dieser Erzählung steht Tani, das
zweite dafür aber das mutigste von drei Kätzchen. Tani findet
einen Violinschlüssel, den eine Elster fallen gelassen hat. Den trägt
sie in ihrem Mäulchen mit sich herum. Als sie damit an die Gitarre
ihres "Herrls" streicht, erklingt wundervolle Musik. Ihr Besitzer
schreibt diese wundersame Fähigkeit der kleinen Katze zu und stellt
sie Freunden in der Musikhochschule vor. Eine hektische Zeit beginnt:
Tani wird als musikalische Wunderkatze berühmt, von Reportern belagert
und von Rockmusikern gekidnappt. Michi, der Sohn eines der Musiker, will
das Kätzchen retten und bringt es heimlich fort. Am Ende darf er
Tani behalten. Der Violinschlüssel entschwindet, wie er gekommen
ist: Er wird von einer Elster gestohlen ...
Eine humorvolle Erzählung, in der nicht nur Verständnis für
das Wesen von Katzen, sondern vor allem viel Liebe zur Musik durchklingt,
die durch den Wechsel der Erzählperspektive - von der Warte der Kätzchen
und von der der Erwachsenen und des Kindes - überrascht. Die Krimi-Elemente
bringen Spannung und die differenzierte Sprache ist wie immer ein Markenzeichen
der Autorin.
Leseprobe
Jedes Mal, wenn sie Junge hatte, schärfte die Katzenmutter ihren
Kindern ein: "Vergesst nie, dass eure Ur-ur-urgroßmutter eine
ägyptische Tempelkatze war! Man hat sogar ihr zu Ehren eine Pyramide
gebaut und einen Pharao mit ihr begraben, damit sie Gesellschaft hat.
Wenn ihr ein Stück gewachsen seid, werdet ihr auch Menschen haben.
Die werden euch füttern und streicheln und bürsten und mit euch
spielen, aber sie sind und bleiben doch nur Menschen, die Armen."
Um sie an ihre vornehmen Abstammung zu erinnern und weil sie sich nicht
zweimal im Jahr neue Namen merken konnte, nannte sie ihre Kinder immer
Wahed, Tani und Talet: Erste, Zweite und Dritte. (S. 9/8)
An der Wand lehnte eine Gitarre. Tani wusste natürlich nicht, was
dieses seltsame Ding war, aber als sie dagegen prallte, begann das Ding
zu klirren und dann zu klingen.
Eine wunderbare Musik kam aus dem Ding. Sie erinnerte Tani an den Gesang
der Vögel am frühen Morgen und war doch wieder anders.
Tanis Pfoten begannen zu zappeln, tief in ihr drinnen schnurrte es, wie
sie ncoh nei geschnurrt hatte, und das Schnurren wollte herauskommen.
Ihr Mäulchen öffnete sich, ihre kleine Zunge kam heraus und
kringelte sich hin und her.
Die Tür ging auf, Mamas Mensch kam herein und sah sich suchend um.
Er ging zur Gitarre, die weiterspielte und den Raum mit immer neuen Melodien
erfüllte. (S. 21/22)
Informationen zur Autorin: Renate
Welsh
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