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Franzobel. Mit Ill. von Sibylle Vogel.
Wien: Picus-Verl., 2004
48 S., € 12,90
ISBN 3-85452-872-8
Ab 5 Jahren
Die Wiesenbewohner sind in heller Aufregung: Die neuen
Schmetterlinge werden ausgewickelt! Da wollen natürlich alle dabei
sein und sie warten schon ganz gespannt auf die Entscheidung der Jury,
wer denn wohl zum Allerschönsten gewählt wird. Doch bestimmt
nicht der Dickwanst, der aus einem Häufchen Pistazieneis hervorgekrochen
kommt! Kann das denn überhaupt ein Schmetterling sein, so dick, wie
der ist?
Weil ihn alle auslachen und ihm den Spitznamen Fetterling geben, zieht
der gewichtige Schmetterling in die große, weite Welt hinaus. Dort
macht er unter anderem die Bekanntschaft einer Fitnessfliege, die ihm
Tipps zum Abspecken gibt...
Voller Sprachwitz erzählt Franzobel die Geschichte eines dicken Schmetterlings,
der zu guter Letzt trotz seiner Leibesfülle Freundschaft mit den
Wiesenbewohnern schließen kann. Mit farbenprächtigen, witzigen
und detailreichen Illustrationen setzt Sibylle Vogel die Abenteuer rund
um Schmetterling Fetterling gekonnt in Szene.
Leseprobe
"Pfauhhh, schön!", jubelten alle, als ein Pfauenaugen-Schmetterling
ausgewickelt wurde, aus seinem Bettchen stieg und eine elegante Pirouette
drehte. "Was für eine Erscheinung. Pfauhhh, schön."
Die Juroren hielten ihre Punktetafeln in die Höhe: 5,5 und 5 und
6. Tätarätätäää. Alle waren begeistert.
Aber während die Ameisen noch flüsterten, dass das Pfauenauge
bestimmt gewinnt, kamen ein Zitronencremefalter und ein Hundertwasser.
"Pfauhhh, auch schön!"
Ein Lippenblütler und ein Schweißfußfalter. Alle waren
bezaubernd. Pfauhhh.
"Was für Schönlinge", zog Opa Uhr genüsslich
an seiner Pfeife, die aber noch immer nach Würstel schmeckte.
"Zu schön für dich", sagte die Oma eifersüchtig.
Weil alle staunten, klatschten und "Pfauhhh, schön" flüsterten,
merkten sie gar nicht, dass sich unter dem Pistazieneis etwas regte. Ein
leichtes Scharren und Schaufeln war zu hören. Auf einmal rülpste
es sogar. Uhääaahhrrrr. Was war denn das Ungustiöses? Ein
Ungustl?
Wie sich noch alle wunderten, dass das Pistazieneis so schlechte Manieren
hatte, erschienen inmitten des grünen Haufens zwei Fühler und
ein Kopf. Ein Schmetterlingskopf.
"Mmmm", mampfte er. Aber was war denn das? Der Kerl war unwahrscheinlich,
über alle Maßen, also ganz außerordentlich, extrem, unsäglich,
sehr, sehr, sehr dick.
Igitt, ist der fett, dachte die Libelle, den Henkelkindern verschlug es
die Warums und sogar die Stinkzwerge vergaßen zu furzen. Normale
Schmetterlinge haben große Flügel und schlanke Körper.
Bei dem hier war es umgekehrt. (S. 18-20)
Informationen
zum Autor: Franzobel
zur Illustratorin: Sibylle
Vogel
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